Die Barbies der 80er-Jahre
Es glitzert und glänzt, was das Zeug hält

Anno 1977

Superstar Barbie

Barbie Superstar

Gerade eben noch streckten sich die "Malibu Barbies" auf ihren Strandtüchern aus oder zeigten sich in bunten Röcken und Blusen, als die Scheinwerfer aufflammten und wirklich alles veränderten. Was da von den Spots in Szene gesetzt wurde, war eine völlig andere Barbie: die legendäre "Superstar"-Puppe. Vorbei war es mit dem blumigen Hippie-Touch und eine neue Ära begann.

Die Barbies der 80er-Jahre nun hatten ein völlig anderes Gesicht. Ein selbstbewusstes Star-Lächeln wurde von einer langen, blonden Mähne eingerahmt. Sie trug Ohrstecker, Kette und sogar einen Ring. Die Arme waren nun angewinkelt, was modeltaugliche Posen erlaubte. Sonst allerdings nicht besonders viel. Nun ja, die kleinen Handtaschen konnten jetzt ladylike in der Ellenbogenbeuge eingehängt werden. Und äußerst attraktives Zurückstreichen der blonden Haarwellen war jetzt absolut angesagt. Es gab eine Puppe, die das tatsächlich von alleine machte: die "Magic Moves Barbie" (1985).

Natürlich gab es auch eine "African American Superstar". Aber die hatte die allergleichen Gesichtszüge wie ihre kaukasische Schwester. Nur das Material war eingefärbt worden und die Prachtmähne war dunkel. Nicht der Rede wert.

Barbie Superstar

Glamouröse Barbie Superstar

Charakteristisch war das breite Lächeln, von bösen Zungen sogar als "Grinsen" beschrieben. Nun ja, breit war es auf jeden Fall. Und dazu etablierte sich das berühmte Barbie-Pink endgültig. Und alle kleinen Mädchen waren hingerissen.

Die Moden waren jetzt glamourös und ließen an Night-Clubs in Las Vegas denken. Es glitzerte und glänzte in Satin, was das Zeug hielt. Und dieser ersten neuen Barbie folgten viele weitere nach. Die ganz große Zeit dieses Puppen-Typs waren die 1980er-Jahre. Es gab so viele verschiedene Ausführungen, dass man unmöglich den Überblick behalten konnte. Das Gesicht veränderte sich wiederum leicht. Das Lächeln wurde weniger breit, dafür die Lippen wieder ein wenig voller und die Augen wurden zu den berüchtigten, großen Puppenaugen. Ohne lange Mähne ging gar nichts mehr.

Puppen mit kurzem Lockenkopf hatten zumindest ein Haarteil dabei, so wie die "Pretty Changes" (1978), die da einige Möglichkeiten bot. Ken wurde ebenfalls neu erfunden und grinste womöglich noch breiter als seine Freundin. Er war jetzt der absolute Inbegriff des Sonnyboys und sah zuweilen wirklich wie die Karikatur eines Gebrauchtwagenhändlers aus. Und passte wunderbar zu Barbie.

Ich war zwar kein kleines Mädchen mehr, aber trotzdem von den Puppen dieser Ära begeistert. Wie man sich vorstellen kann, favorisiert man im Prinzip die Puppen, mit denen man als Kind gespielt hatte. Das war bei mir allerdings nicht so. Ich war hingerissen von diesen Barbies, hatte aber nicht angefangen zu sammeln.

Barbie-Gruppe 80er Jahre

Barbie-Gruppe: Lacey, Selena, Marian, Celeste und Morgan (hinten)

Sieht man genau hin, sind die lächelnden Schönen von einer umwerfenden Unechtheit. Die Oberkörper wirken viel zu massiv zu den extrem schmalen Hüften. Und ich gebe zu, dass manche Moden unfreiwillig komisch wirken. Zudem kam die entsetzliche Glamourmode der Achtziger, als Fernsehserien wie Dallas oder Denver in Sachen Kleider für Frauen richtungsweisend waren. Breite Schultern und Bundfaltenhosen machten auch nicht vor Barbies Kleiderschrank halt. Sogar Ken trug so etwas.

Ganz gleich wie unecht, wie übertrieben glamourös die Barbies dieser Zeit waren, Mattel brachte sie trotzdem als berufstätige Frauen heraus. So wie es immer gewesen war. Ob gerade Arme oder gebeugte, Barbie machte tausend verschiedene Jobs und war unabhängig. Auch in den Achtzigern.

Mittlerweile hat sich die Welt der Barbie viele Male völlig verändert, aber die Puppen der Achtziger sind eine meiner Leidenschaften.

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