Tyra hat die Haare schön

... und alle anderen Barbies auch!

Barbie Tyra: Blonde lange Haare

Barbie Tyra: Blonde lange Haare

Was uns Mädchen nicht wenig an den Modepuppen faszinierte, waren die Haare. Die allerersten Barbies und Petras trugen lange Pferdeschwänze. Und so ziemlich alle kleinen Mädchen wollten gerne lange Haare haben.

Früher einmal hatte fast jedes Mädchen lange Zöpfe gehabt, aber in der Zeit der Barbiepuppen war das nur noch selten der Fall. Also warfen wir uns auf die Mähnen der Barbies und ihrer Nachahmungen.

So richtig kämmen und frisieren konnte man die Puppen allerdings erst ab Mitte der 1970er Jahre. Vorher waren die Haare entweder nicht lang genug dafür, oder sie filzten zu schnell. Das kam natürlich auch auf die Qualität der Kunststofffäden an, aus denen die Frisuren bestanden. Barbies hatten meist sehr gut kämmbares Haar, obwohl Kinderhände den glänzenden Strähnen oft schnell den Garaus machten.

Zähne putzen und das Näschen pudern

Im Prinzip verhält sich das Material wie Menschenhaar. Das heißt, man sollte einen nicht zu engen Kamm benutzen, der nicht gepresst, sondern gesägt worden ist. Dadurch werden die Haare nicht aufgespleißt oder aufgeraut (durch die Pressnähte des Kamms) und bleiben lange schön. Drahtbürsten sind mörderisch für Barbies. Was ganz gut funktioniert, sind die kleinen Plastikbürsten, die mit den Puppen geliefert werden.

Es gibt auch einige Tricks, wie man das Haar recht gut wieder schön bekommt - aber für Kinder spielt das keine besonders große Rolle.

Barbie Loretta und Tyra

Barbie Loretta und Tyra

Aber das Haar wurde zu einem großen Thema. So kam etwa 1979 die "Beauty Secrets Barbie" heraus, deren Haare unendlich lang waren. Die Puppe hatte viele kleine Sachen wie Puderdöschen und Lippenstift dabei. Als Funktionspuppe konnte sie die biegbaren Arme auf und abbewegen, so dass der Eindruck entstand, dass sie sich die Zähne putzen oder das Näschen pudern würde.

Aber den absoluten Overkill in Sachen Mähne brachte die "Totally Hair Barbie", die 1991 der bislang größte Kassenschlager wurde. Die Puppe hatte Haar bis zu den Fersen und eine Haartolle zum Stylen. Das mitgelieferte Gel brachte Form in die Sache - und so konnte eine Art Rapunzel im kurzen Kleid die Mädchenzimmer erobern.

Haare dünn wie Fäden und das unerhörte Lila

Meine persönliche Haarfee traf ich 1990 bei der Gondel mit den reduzierten Barbies in einem Kaufhaus. Die "Bead Blast Barbie" war ein Jahr zuvor in die Läden gekommen. Eine hübsche Puppe mit Mackie Face, die hüftlange Haare hatte und mit einem ganzen Perlenkästchen zum Einklippen kam. Interessant war, dass die Haare einen ganz besonders leichten Eindruck machten, so als wären die Fäden dünner als vorher. Ich fand die blonde Puppe mit dem glitzernden Minikleid und den Stiefelchen hinreißend und nannte sie Tyra.

Ihr Haar ist heute noch fast genau so schön wie damals, obwohl es schon einige Wäschen hinter sich hat. Schließlich ist keine Vitrine völlig staubdicht, und außerdem treiben sich immer viele meiner Mädchen "draußen" herum.

Barbie Tyra mit Ohrringen

Barbie Tyra mit Ohrringen

Heute haben die allermeisten Barbies sehr lange Haare, so wie zum Beispiel Loretta zeigt. Ihre eigenwillige Haarfarbe wäre damals in den Anfängen etwas Unerhörtes gewesen - aber im Barbie Universum wird mit der Zeit gegangen.

Tyra ist ein sehr freundlicher Typ, nicht auf die laute Art präsent, und hier und da etwas in sich gekehrt - die lilahaarige Loretta könnte das nicht von sich behaupten. Sie hat etwas durchaus Schrilles. Diese Puppe hat das Standardgesicht der Barbies um das Jahr 2010 herum, welches mir absolut nicht gefällt. Ihr Haaransatz ist viel zu tief. Zudem beißen sich die blauen Augen entsetzlich mit dieser lila Haarfarbe.

Aber trotzdem habe ich mich ein wenig in Loretta verliebt - es hat wohl etwas mit dieser glitzernden, dichten und lilafarbenen Haarflut zu tun. Außerdem ist sie ein Geschenk gewesen und hat sich irgendwie in die Gemeinschaft gedrängelt. Frech und selbstbewusst wie sie nun einmal ist.

Diese Barbie wurde mit einem Straight Body verkauft - also ohne knickbare Knie oder Arme. Das habe ich schnell geändert, indem ich ihr einen passenden Körper mit etwas mehr Möglichkeiten zum Bewegen gegeben habe. Es entspricht ihr auf jeden Fall mehr.