Barbie Outfits: Fransenhosen, Schneiderkostüme und Longshirts

Was hat Barbie denn so im Kleiderschrank?

Was hat Barbie denn so im Kleiderschrank?

Vida und Candice zeigen ihre Kleider

Zuerst einmal: jede Menge. Allerdings haben sich die winzigen Outfits im Laufe der Zeit sehr verändert. Die ersten Barbies trugen noch sehr aufwendige Sachen aus guten Stoffen, die tatsächlich mit kleinen Reißverschlüssen ausgestattet waren. Geschlossen wurden die Kleidchen, Blusen und Röckchen noch mit Druckknöpfchen. Manchmal waren es sogar Knöpfchen, was Kinderhände schnell ungeduldig werden ließ.

Nora zeigt ein Kleid, aus Leinenstoff und mit langem Zipper am Rücken. Bügelfrei ist das schöne Teil allerdings nicht, so wie viele der frühen Kleidersets. Wie alt das Kleid wirklich ist, weiß ich nicht und sollte das einmal recherchieren. Aber es ist hervorragend erhalten und passt gerade den Puppen der frühen Jahre hervorragend. Wir wissen ja, dass die Körpermaße mehr als einmal geändert wurden.

Nora ist eine Reproduktion einer der ersten Barbies

Nora, eine Reproduktion einer der ersten Barbies, zeigt ein Kleid aus Leinenstoff

Weiter geht es mit Candice, die ein wirklich aufwendiges Ensemble für den Herbst oder Winter zeigt. Ein Kleid mit integriertem Gürtel in Wildleder-Optik und eine dazugehörige Jacke mit – nun ja – Webpelz-Besatz. Das Kostüm hat noch Druckknöpfe, ist aber längst nicht so alt wie das Sommerkleid von Nora.

Die Preise für diese Sachen variierten damals, für Petra und Co war das günstigste Teil nicht unter 3,95 DM zu haben. Abendkleider mit Accessoires konnten teurer werden, vor allem die besonderen Labels, die Plasty damals herausbrachte. Das gilt natürlich auch für Mattel®: Dort gab es recht teure Sets, die sich nicht alle Eltern einfach so leisten konnten.

Candice und ihr Kleid in Wildleder-Optik

Candice zeigt ein Kleid mit integriertem Gürtel in Wildleder-Optik

Und tatsächlich zogen Hersteller mit günstigeren Kleidern für die Modelpuppen nach. 1,95 DM belastete das Taschengeld schon weitaus weniger, dafür waren die Kleider und Hosen nicht ganz so gut verarbeitet. Das fiel nicht weiter auf und der Stil war nicht schlecht. Unnötig zu sagen, dass sich die Kreationen an der gängigen Mode orientierten.

Vida, eine Repro-Barbie der berühmten Malibu Puppe, zeigt uns ein Gartenparty-Kleid aus den Siebzigern. Das Teil ist aus Baumwolle, ebenfalls nicht knitterfrei und hat auch noch Druckknöpfchen. Besonders ist die Farbgebung, denn dieses grausame Barbie-Pink war noch nicht erfunden. Es hat ein Neckholder-Oberteil und ein Taillenvolant.

Barbie Puppen Vida und Candice

Vida in Fransenhosen mit Gartenparty-Kleid, Candice mit Schlupfkleid

Vida selber trägt sich eher lässig mit Fransenhosen, was zu der Zeit, aus der sie kommt, ganz gut passt. Neben ihr steht Candice, eine Sammlerpuppe neuesten Datums. Sie ist eine Silkstone Barbie, besteht also aus einem wunderbar glatten und etwas schwererem Material. Als Novum ist sie voll beweglich. Silkstones sind nicht gerade billig, sie können mehrere hundert Euro kosten, aber diese spezielle Edition ist durchaus erschwinglich.

Aber Candice ist hier, um etwas aus ihrem Kleiderschrank zu zeigen: sie hält ein Schlupfkleid aus leichtem Stoff in ihren Händen. Die breiten Schultern weisen auf die achtziger Jahre hin. Ich finde dieses Kleid immer irgendwie daneben. Es verbindet diese Teehaus-Streifenoptik mit diesem unsäglichen Schnitt. Aber der Kuriosität halber habe ich es behalten. Außerdem sieht es an einer älteren Puppe, womöglich mit dunklen Haaren, recht gut aus.

Irgendwann wurden so gut wie keine Schneiderkostüme mehr hergestellt. Die Moden, die mit Abnähern und bester Passform den Puppen auf den Leib geschneidert waren, verschwanden. Man setzte jetzt auf Trikotstoffe, die sich anpassten. Und geschlossen wurde mit Velcros, also Klettverschlüssen. Die hatten Vor- und Nachteile. Es konnten keine Reißverschlüsse mehr kaputtgehen und die Mamas mussten nicht ständig Druckknöpfe ersetzen – dafür hielten sie nicht übertrieben lange.

Die Kleider gingen ja meist durch Kinderhände, und die sind nicht immer zimperlich. Was mit der Liebe zu den Puppen durchaus vereinbar ist. Angeknabberte Zehen und Hände sowie leicht angefilzte Haare taten der Freundschaft in den seltensten Fällen Abbruch. Wahrscheinlich war das eher wie ein Stempel, der die Einzigartigkeit der kleinen Freundin besiegelte.

Erwachsene Puppenspieler haben allerdings auch gute Gründe, sich zuweilen über diese Art der Verschlüsse zu ärgern. Sie ziehen jede Art von Flusen an, ganz gleich, wie man sich vorsieht. Und natürlich halten sie irgendwann nicht mehr gut. Wer es nicht so mit der Nähnadel hält, hat da auch seine Probleme.

Wirklich gut gemachte Kleider tragen heute eigentlich nur noch die Sammlerpuppen, so wie hier Sue und Frank. Die beiden gehören zu einem Set, das als Hommage an Frank Sinatra gedacht ist. Frankie kommt mit Mikrophon und einem weiblichen Fan.

Frank Sinatra mit weiblichem Fan Sue

Frank Sinatra mit weiblichem Fan Sue

Ich fand, dass das Mädchen wirklich wie eine Susan aussieht, und das blieb dann auch haften. Franks Anzug ist in allen Teilen echt – er besteht nicht etwa aus zusammengenähtem Hemd und Jacke, die auf dem Rücken durch einen elend langen Velcrostreifen geschlossen wird. Alles ist mit Knöpfen versehen und aus Baumwolle oder Leinen. Dieses besondere Ensemble ist ein Geschenk, das ich ungemein schätze.

Mittlerweile ist aber die Ära der Fashionistas angebrochen. Unzählige verschiedene Puppen kommen neu auf den Markt. Man kommt mit dem Kaufen kaum nach – und alle sind sie günstig. Fast immer straight, dafür aber herrlich verschieden. So nehmen sie keine Behandlung übel. Und sie tragen absolut angesagte Outfits. Aber Mattel® setzt vor allem auf leichte Sachen aus Stretchstoffen. So wie hier Molly und Junee das zeigen. Lockere Pullis oder Longshirts mit Leggings und Stiefeln sind genau das, was immer passt. Die dehnbaren Stoffe passen oft mehreren Körperformen.

Barbie Puppen Molly und Junee

Molly und Junee in lockeren Pullis und Longshirts mit Leggings und Stiefeln

Einzelne Kleider gibt es nicht mehr so zu kaufen wie früher. Es gibt Sets für Barbie oder auch Steffi, der deutschen Variante. Und man bekommt günstig Trikotkleidchen oder Hosenensembles für sehr wenig Geld, allerdings in größeren Sets. Schuhe werden ebenfalls im Dutzend und günstig angeboten – wenn sie auch nicht immer jeder Puppe passen.

Da die Teilchen aber diesen Hang zum Verschwinden haben – auch bei Erwachsenen – ist es ganz gut, dass man immer Nachschub bekommt. Wobei jeder erwachsene Puppenfreund auf die mittlerweile kostbar gewordenen Schuhe und Kleider der frühen Jahre aufpasst wie ein Schießhund. Denn die zu ersetzen kann sehr teuer werden.

K-Pop-Dolls in buntem Outfit

K-Pop-Dolls in buntem Outfit: Jacke und Hemd zusammengenäht

Natürlich gab es für die kleinen Plastikdamen schon immer Strümpfe. Die waren allerdings nicht besonders hübsch und hatten keine gute Passform. Heute kann Barbie zwischen hübschen Söckchen, warmen Overknees und Kniestrümpfen wählen. Wenn sie nicht gerade eine bunte, hauchzarte Strumpfhose oder halterlose Spitzenstrümpfe wählt.

Barbie und ihre Strümpfe

Barbie mit Söckchen, Strümpfen und Strumpfhose

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